SRS – Swiss Rescue System

SRS – Swiss Rescue System

Das „Swiss Rescue System“ soll der Evakuierung von Personen im Notfall aus großer Höhe dienen. Anwendungsfelder sind speziell Hochhäuser (vor allem Hochbauten mit mehr als 10 Stockwerken), abgelegene oder schwer erreichbare Gebäude, Krankenhäuser und Spezialbauten wie Bohrinseln, Flugzeugträger, mehrstöckige Autobahnen, hochgelegene Schienentrassen und die zivile Schiff- und Luftfahrt.

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Funktionsprinzip

Die  Person soll zwischen sich selbstfüllende Bremskissen des Schlauches nach unten gleiten. Sie gleitet in der entwickelten Variante durch einen sog. Innenschlauch. Dieser bildet mit horizontalen Zwischenböden und dem Außenschlauch luftgefüllte Kammern. Ventile in den Zwischenböden richten den Verdrängungsluftstrom in die nächste darunter liegende Kammer. Die daraus resultierende „Addition der Drücke“ steigert die auf die Person wirkenden Flächendrücke mit zunehmendem Gleiten durch den Schlauch. Eine umlaufende Spiralfeder und definierte Abmessungen von Innen- und Außenschlauch sorgen für die notwendige Formstabilität eines „Druckvolumens“. Das aus der Natur bekannte Prinzip der „Peristaltik“ wird dabei bei der Verformung des Schlauches abgebildet.

Grundlegende Anforderungen an den Schlauch sind:

–        Feuerfest bis 400°C

–        Reißfest

–        Personen auf weniger als 3 m/s abbremsen

–        Faltbar

–        Selbstständig befüllt bzw. aufgeblasen

–        Rauchdicht

Diese Anforderungen werden durch den vorhandenen Schlauch vollständig erfüllt.

 

Zur Umsetzung dieser Schlauchvariante werden folgende Anforderungen an Konstruktion, Fertigung und Material gestellt

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–        Feuerfestes (Brandklasse B1), reiß- und schnittfestes Material, gut konfektionierbar,  gut drapier fähig, begrenzte Luftundurchlässigkeit für den Außenschlauch.

–        Für den Innenschlauch, wie auch für die Zwischenböden, können die Ansprüche an das Materialverhalten bei direkter Beflammung geringer ausfallen, sonst gelten die gleichen Anforderungen.

–        Es sind beanspruchbare und luftundurchlässige Fügeverfahren zu verwenden.

Durch Zusammenarbeit mit dem „sächsischen Textilforschungsinstitut e.V.“ konnte die Auswahl verfügbarer Materialien anhand eines Anforderungskatalogs eingeschränkt werden. Das nun verwendete Aramid mit Aluminiumkaschierung erfüllt die Anforderungen für den Außenschlauch weitestgehend. Gleiches gilt für den Innenschlauch, hier wird  PU-beschichtetes Aramid eingesetzt.

 

Notrutsche

Zur Gewährleistung eines „sanften“ Übergangs zum Erdboden befindet sich am unteren Ende des Evakuierungsschlauches eine Notrutsche.

Die Rutsche ist so gestaltet, dass beim Auftreffen der Füße auf die Rutschbahn diese nachgibt und die Person mit den Füßen voran sicher zum Erdboden gleitet.

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Anforderungen

–        Der obere Teil der Rutsche muss so ausgebildet sein, dass ein Herausfallen von Personen nicht möglich ist.

–        Die Rutsche muss in ein Case passen

–        Die Rutsche muss im Bereich des Schlauches zwischen den Spannseilen (1780mm) platziert werden können

–        Nach Belastung durch eine Person muss sich die Rutsche selbstständig wieder in die Ausgangslage und Ausgangsform zurückversetzen.

–        Die Rutsche muss lagefest zum Schlauch sein

 

Spezielle Offshore-Anwendungen

Etwa eine Million Menschen weltweit arbeiten auf mehr als 2.800 Plattformen verschiedenster Art. Im Falle  einer Havarie treten oft tödliche Gase aus, die die Evakuierung der Arbeiter extrem erschweren.

 

Das SwissRescueSystem kann in kurzer Zeit eine große Anzahl Menschen evakuieren. Durch die weltweit einzigartigen luftdichten Schläuche besteht ein besonderer Schutz gegen giftige Gase, wie z.B. Methan.

 

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